Merke: Cola ist nicht gut für Fußballrasen

Einer der Vorzüge, Presseverantwortliche im Unternehmen zu sein, ist definitiv der Pressestammtisch – eine Institution, die es in Rostock schon seit 21 Jahren gibt. Ausrichter im Monat April – erstmals der F.C. Hansa Rostock. Neben Schnittchen und Gesprächen war die durch den Vorstand begleitete Führung mit Blick in die Katakomben und auf den heiligen Rasen mein eigentliches Highlight. Ich sag euch, das war dann doch mal ziemlich spannend.

Arrestzellen (hieß das so?) für die Krawallwütigen, Wäschekammer, Trophäen- & Erinnerungsraum, Wellness-Bereich und Fitness-Hölle. Da schwitzen sie also für den Erhalt der dritten Liga – der Geruch hat es dann auch noch einmal bestätigt. Männerschweiß halt wa?

Auch über Alternativen in der Rasenpflege bin ich jetzt bestens im Bilde und die Möglichkeiten, die Arena anderweitig zu nutzen – obwohl „Cola ist nicht gut für den Fußballrasen“. Bei Helene wird da mal eine Ausnahme gemacht …

Ein wenig später dann der Gang durch die VIP-Logen – Karls Erdbeerhof hat mit Abstand den coolsten Raum – und in den Sicherheitsbereich inkl. Monitorsysteme für Polizei und Ordnungsamt. Der perfekte Ort, um auch inhaltlich ans Eingemachte zu gehen. Der Unterschied zwischen „Hooligans“, „Ultras“, Suptras“? Warum müssen denn Gäste und Hardcore-Fans direkt nebeneinander stehen? Wann greift die präventive Strategie denn „endlich“ ?! und und und… Ein Mann – ein Wort: Vorstandsmitglied Rainer Friedrich stand Rede und Antwort – ohne den sonst so beliebten Versuch des „Hinauswindens“, sondern im Sinne von „Jetzt kommen wir zu den spannenden Fragen…“ Auch das – beeindruckend.

Mal sehen, ob die Antworten so nachhaltig waren, dass ich den Vati mal wieder ins Stadion begleite.

„Guten Abend meine Damen und Herren. Und jetzt für Sie – die Wetteraussichten“

Jetzt kommt was, das hat nen richtig langen Bart. Ich weiß! Es ist in Rostock auch einfach wirklich schön, denn „ich lebe da, wo andere Urlaub machen.“ Gääähhhnnn! Aber wo sonst kann man im April nach der Arbeit Kitern beim Frieren zusehen, nach drei Schritten im Strandsand das Schwitzen kriegen und sich dann mit roten Backen Zuhause freuen, dass man noch mal kurz am Wasser war? So sieht’s doch aus Freunde! Und noch ein paar Mal schlafen, dann ist der Sommer da, wenn man nach dem fleißig sein abends auf den Darss fährt, um morgens in den Schlafsack geknüllt im Bus aufwacht, sich einen Camping-Kaffee eingießt und zurück an den Schreibtisch fährt. Mehr geht nicht.

Dienstag ist Strandtag?!

Dienstag ist Strandtag?!

Warum (meine) Feiertage so toll sind. Oder „Die Kunst des Ungeplanten“

Wenn man nix zu tun hat... kann man auch mal Musik machen.

Wenn man nix zu tun hat… kann man auch mal Musik machen.

… und damit meine ich nicht die Klassiker: ausschlafen und das lecker Essen mindestens 4x täglich – erweitert um Naschigkeiten für „dazwischen“. An Feiertagen kann man mal raus aus dem Alltag, der auch am Wochenende oft einem Schema folgt: Putzen? Einkaufen? Vereinsverpflichtungen? und mindestens 1x Party machen und Freunde treffen? Schon jetzt ist der Sommer verplant – mit Open Airs, Turnieren oder gemeinsamen Tripps. Ein Wochenende ohne Vorhaben ist ja fast schon komisch und kann ich im Moment wahrscheinlich an einer Hand abzählen.

Für mich bedeuten Feiertage – weg aus der Stadt, in der man lebt – schön aufs Dorf zur großen Familie. Kein Handyempfang, kein Freizeitstress, kein Plan. Stattdessen Jogger an, Brille auf und gucken, was der Tag in einem 200-Seelen-Dorf so bringt. Vielleicht: Bei der Dorfrunde die Verwandtschaft abklappern, den Bus aufräumen, gemeinsam Familienfeiern planen, der Baby-Nichte stundenlang beim Essen zuschauen und mal wieder ein Musikinstrument zur Hand nehmen. „Born to be wild“ – also wenn wahrscheinlich ein Titel unser Familienduo NICHT symbolisiert… Aber das ist ja vielleicht auch Ansichtssache.

Vier Tage später zurück fühlt es sich wie Urlaub an. Und jetzt heißt es wieder Wäsche waschen, fleißig auf der Arbeit sein und am Wochenende ist dann schon wieder „das und das“ geplant… Aber warum ist das eigentlich so? Haben wir verlernt, einfach mal nichts zu tun? Ich schon! Deswegen PLANE ich jetzt 1x die Woche das Nichtstun. Das ist doch schon mal die richtige Einstellung 🙂 …

Und dafür steh ich jetzt also ’ne ganze Stunde eher auf?

Da spielte ich schon mit dem Gedanken, meinen Bus wieder frühlingsfit zu machen: Bett wieder einbauen, ’ne Runde Boden wischen und die Hängeschränke bestücken. Schließlich blinzelte uns die Sonne ja schon ab und zu an. Und dann sowas… Bei Augenaufschlag – Schneesturm. So hatten wir aber nicht gewettet. Ich geh dann einfach mal ganz stark von aus, dass Ostern nicht „in weiß“ stattfinden soll.

...so hatten wir aber nicht gewettet

…so hatten wir aber nicht gewettet

Wo bin ich denn da gelandet?

So, was machen wir denn heute mal Schönes? Warum nicht einfach mal loslaufen und abseits der sogar schon für mich klassischen Kröpi-, Stadthafen- und sonstigen Pfaden „wandeln“. Kommt doch meist das Schönste bei raus, wenn man beim laufenden Quatschen wie zufällig neue Ecken erkundet. So letztens passiert – und schwupps bin ich im Heiligengeisthof gelandet. Ein kleiner Hof, bei dem man sofort versteht, warum er ein eine heute „eine Stätte der Ruhe, der Erholung und des Verweilens“ sein soll. Holzbänke, Blumenterrassen, der Pferdebrunnen in der Mitte, ein Restaurant, in den Fenstern noch vereinzelt klassische Weihnachtsdeko (die kann ich ja immer) und behäkelte Straßenpoller (Da gibt’s doch bestimmt ein Fachwort für.) Da bedarf es nicht viel Vorstellungskraft wie man zu Sommerstunden mit einem leckeren Getränk in der Hand dort mal abseits der Hektik seine private „After Work-Stunden“ verbringt. Wie heimelig. Das muss ich bei Zeiten noch mal ausprobieren.

Blaue Stunde Neuer Markt

Die Rostocker blaue Stunde

Die Blaue Stunde – die Zeit zwischen Dämmerung und nächtlicher Dunkelheit, in der der Himmel ungefähr die gleiche Helligkeit hat wie die künstlichen Stadtlichter. Gestern durfte ich bei einem Termin am Neuen Markt die tolle Aussicht auf den Rostocker Neuen Markt genießen – genau zu dieser Zeit. Blauer Himmel, ein Lichtermeer aus Glühweinständen, Riesenrad und Fahrgeschäften, gegenüber das Rathaus. Wahnsinns-Ausblick! Solche Meetings brauche ich öfter.